Begriff des Monats: Pfeifen

Wenn es im Ohr pfeift, dann geht der Betroffene zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt und anschließend zum Akustiker. Doch woher weiß er, dass sein Ohr pfeift?


Viele – vor allem die Sportbegeisterten unter den Lesern – kennen den Pfiff des Schiedsrichters, wenn der einen Wettstreit anpfeift oder mit einem Pfiff unterbricht. Doch auch Fans benutzen das Pfeifen, um ihrer Wut Luft zu machen und etwa Spieler auszupfeifen. Doch wie entsteht das Pfeifen?


Während die Wissenschaft die Ursache für das Pfeifen in den Ohren, also den Tinnitus, noch sucht, kann man das andere erklären.


Pfeifen ist das Erzeugen von Tönen mithilfe von Luft, die schnell durch einen Hohlraum mit kleiner Öffnung strömt und dort Turbulenzen erzeugt. Der Mensch kann mit verschiedenen Methoden aus seinem Mund Pfeiftöne hervorbringen, die er zur musikalischen Betätigung und in einigen Fällen auch zur Kommunikation nutzt. Auch andere Lebewesen außer dem Menschen setzen das Pfeifen zur Kommunikation ein.


Interessant ist dabei, dass wir Menschen sowohl mit den Lippen, etwa durch das Formen eines kleinen Os pfeifen können, mit unseren Fingern und mithilfe von Gaumen und Zähnen ohne Lippen. Das Pfeifen auf Fingern kann dabei Lautstärken erreichen, die für das menschliche Ohr unangenehm sind. Aus diesem Grund galt das Pfeifen in der Öffentlichkeit lange Zeit als unhöflich und unfein, und wurde dem Präkariat zugeschrieben.


Heute gilt das Pfeifen in der Öffentlichkeit als Indikator für persönliches Wohlbefinden, während das Hinterherpfeifen als äußerst unhöflich und sexistisch eingestuft wird.


Ein Pfiff kann auch aus einer künstlichen Pfeife abgegeben werden. Neben dem angesprochenen Schiedsrichter gibt es auch noch welche an Lokomotiven, Schiffen, Maschinen und bei der britischen Polizei. Die dortigen „Bobbys“ – wie sie genannt werden – tragen traditionell keine Schusswaffen, sondern nur Schlagstöcke und unter anderem eine Trillerpfeife.

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