Weihnachten für leise Ohren

Für den einen sind es selbstgebackene Plätzchen und Glühwein, für den anderen ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder das Hören von Weihnachtsliedern - letzteres soll nun auch für Mensch mit eingeschränktem Hörvermögen möglich sein.

Nach einer langen und intensiven Forschungsarbeit durch Dr. Roland Jakob (Direktor der HNO Klinik am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz), Frank von Häfen (Dipl.-Instrumentalpädagoge, Tontechniker und Orchesterleiter) sowie Ingrid Eikmeier-Stindt (Hörgeschädigten-Pädagogin) sei es ihnen nun gelungen, mit der sogenannten „OpenEar-Methode“ die Musik so zu bearbeiten, dass sie für Hörbeeinträchtigte emotional erlebbar werde und es dabei für Hörende zu kaum wahrnehmbaren Veränderungen kommt.

Das Ergebnis, in Form einer CD, könne man nicht nur hören, sondern auch in einem beigefügten Booklet mitlesen. Auf der Kinder-CD befindet sich außerdem ein Karaoke-Teil, bei dem die Kids mitsingen können. Dass es sich dabei um eine ganz besondere Art der Vertonung handelt, erklärte der Dipl.-Instrumentalpädagoge und Produzent der CD: „Musik gemeinsam zu erleben, sollte in Zeiten modernster Hörhilfen, wie etwa Cochlea Implantaten, kein Problem sein. Dennoch ist dies nicht so einfach zu bewerkstelligen. Die hauptsächlich auf Sprache ausgerichteten Programme und Algorithmen der Audioprozessoren in den Geräten kommen oft mit der „auditiven Datenflut“ der Musik nicht zurecht, sodass unschöne Klangeffekte entstehen, die das emotionale Musikerlebnis beeinträchtigen.“

Ziel ist es, mehr Menschen mit Höreinschränkungen „leise Ohren“ , Hörhilfen nutzer oder Implantaträgern wieder Freude am Musikhören zu ermöglichen. Interessierte können die CD hier bestellen.
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