Koffein trägt zu Hörbeeinträchtigung bei

Brauchen Sie morgens erstmal einen Kaffee, um richtig wach zu werden? Dafür sollten Sie sich vielleicht eine andere Methode überlegen, etwa kalt duschen.



Wissenschaftler des kanadischen McGill University Health Centre in Montreal haben nämlich herausgefunden, dass bereits das in einer Tasse Kaffee enthaltene Koffein (25 mg) die Fähigkeit des Körpers erheblich einschränkt, sich von einer vorübergehenden Schwerhörigkeit nach hohen Lautstärken (temporäre Hörschwellenverschiebung) zu erholen. Schlimmer noch: Koffein (auch in geringeren Mengen enthalten in schwarzem und grünem Tee oder Cola) trägt außerdem laut den Erkenntnissen der Studie zu dauerhaften Hörschäden bei, die eigentlich zunächst reversibel waren. Festgestellt hatten dies die Forscher an Meerschweinchen, die sie entweder nur Koffein (Gruppe 1), nur Lärm (100 dB – entsprechend der Belastung eines üblichen Rockkonzertes – (Gruppe 2) oder beidem (Gruppe 3) aussetzten, berichten sie im Journal der American Medical Association (JAMA). Gruppe 3 fiel nicht nur durch eine viel längere Erholungszeit des Gehöres auf, sondern auch durch eine noch am 15. Tag bestehende Hörminderung (im Gegensatz zu Gruppe 2, deren Gehör ab dem achten Tag wieder nahezu auf dem ursprünglichen Niveau lag). Nun wollen die Forscher ihre Studie auf Menschen ausweiten, um zu prüfen, ob und wie es dort einen ähnlichen Zusammenhang gibt. So lange tun es vielleicht auch kaltes Wasser und koffeinfreier Kaffee – oder ausreichender Gehörschutz (auch bei bestehender Hörbeeinträchtigung!) in lauter Umgebung. Anja Facius

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