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Prof. Dr. Ulrich Hoppe vom Universitätsklinikum Erlangen geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob man mit einem Cochlea Implantat (CI) das individuelle Sprachverstehen vorhersagen kann. Die in den letzten Jahren erfolgte Aufweitung der Indikationskriterien für eine Versorgung mit einem CI führte dazu, dass auch Hörgerätenutzer mit noch nachweisbarem Sprachverstehen für eine CI-Versorgung infrage kommen. Auf der Basis einer großen Fallsammlung wurde untersucht, ob und bis zu welchem Grad eine Verbesserung des Sprachverstehens durch eine CI-Versorgung erreicht wird.

Hierzu wurde das prä- und postoperative Einsilberverstehen von 284 erfahrenen CI-Trägern untersucht. Neben dem Einsilberverstehen bei 65 dB SPL mit Hörgerät (präoperativ) und mit CI (postoperativ) wurde auch das maximale Einsilberverstehen (mEV) mit Kopfhörer herangezogen. Die Daten wurden in Abhängigkeit vom präoperativen mEV (mEV = 0 Prozent; mEV > 0 Prozent) gruppiert und ausgewertet. Das postoperative Einsilberverstehen mit CI lag im Vergleich zum präoperativen Einsilberverstehen mit Hörgerät um 65 Prozentpunkte höher, unabhängig von der Höhe des präoperativen mEV. Das im Sprachaudiogramm erfasste mEV kann somit als unterer Schätzwert für das mit CI erreichbare Einsilberverstehen verwendet werden. Diese Beobachtung kann als Beratungsgrundlage für Hörgeräteträger dienen, bei denen mit einem Hörgerät kein ausreichend gutes Sprachverstehen mehr erreicht wird.

Professor Dr. Ulrich Hoppe leitet seit 2005 die Abteilung Audiologie der Hals-Nasen-Ohrenklinik am Universitätsklinikum Erlangen. Schwerpunkte seiner Arbeit sind objektive Hördiagnostik, Hörgeräte und Cochlea-Implantate.

Der Vortrag “Kann man das individuelle Sprachverstehen mit CI vorhersagen?" findet am Donnerstag, 17.10.2019 von 10.30–11 Uhr statt.    EUHA/nr

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