Foto: EUHA/Foto Rechtnitz

Die Luftleitungsversorgung der stärksten Hörverluste stellt immer noch einen Balanceakt zwischen notwendiger Verstärkung und Rückkopplung dar, stellt Horst Warncke in seinem Vortrag klar. Bei an Taubheit grenzenden Hörverlusten wird die notwendige Verstärkung im Hochtonbereich oft nicht erreicht, entweder weil die verwendeten Hörsysteme dort nicht genügend Leistung liefern oder weil eine Rückkopplung droht. Dazu kommen weitere Faktoren wie Rauschen, Verzerrungen und Artefakte, die negativen Einfluss auf den Klang haben können, bevor die eigentliche Rückkopplung zu hören ist. Zwar gibt es Konzepte wie die Frequenzmodifikation, mit denen fehlende Verstärkung für den Hochtonbereich ausgeglichen werden soll. Diese führen aber immer zu einem verfälschten Klang, der im Idealfall vermieden werden sollte.

Mit neu entwickelten Patenten und der heute verfügbaren Chip-Technologie ist es nun möglich, nicht nur die weltweit höchsten Verstärkungswerte für Hörsysteme am Kuppler zu realisieren, diese Leistung kann auch ohne Rückkopplung an das Ohr gebracht werden, so Warncke. Das verwendete Konzept basiert auf minimalen spektro-temporalen Signalvariationen, die bei korrekter Anpassung unhörbar eine Rückkopplung vermeiden und so neue Verstärkungswerte ermöglichen. Mehr nutzbare Dynamik ist ein sofort hörbarer Vorteil.

Der Diplom-Ingenieur Horst Warncke studierte nach dem Abitur Medizintechnik. Er ist seit mehr als 30 Jahren für Oticon tätig; zunächst als technischer Leiter, heute als Leiter der Audiologie. Außerdem ist er in der technischen Kommission des Bundesverbandes der Hörgeräte-Industrie (BVHI) und Mitglied im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V. (DGA) sowie im Normenausschuss Hörgeräte.

In der „Hörakustik“ veröffentlicht Horst Warncke regelmäßig Fachbeiträge, zum Beispiel in Ausgabe 4/2018 „Tinnitus und Höranstrengung. Was moderne Hörsysteme leisten können.“, in Ausgabe 3/2018 „Datenschutz. Wie sicher sind Hörsysteme?“ oder in Ausgabe 8/2017 „Höranstrengung bei perfekter Sprachverständlichkeit. Ist das anstrengend? Das ist anstrengend!“.

Der Vortrag „Power to the People“ findet am Donnerstag, 17.10., von 15‒15.30 Uhr statt.

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