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Ist eine sehbeeinträchtigte Person auch schwerhörig, muss die Krankenkasse dieser einen Blindenhund finanzieren, urteilte das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen. Geklagt hatte ein 50-jähriger Mann aus dem Landkreis Osnabrück, der bis auf ein minimales einseitiges Restsehvermögen erblindet und in jüngerer Zeit darüber hinaus schwerhörig geworden war. Die Krankenkasse, bei der er den Blindenhund beantragte, hatte ihn auf einen Blindenlangstock und Mobilitätstraining verwiesen. Das LSG hatte zunächst die Ergebnisse aus dem Orientierungs- und Mobilitätstraining mit dem Blindenstock abgewartet und außerdem ein ärztliches Gutachten eingeholt. Dieses habe aufgezeigt, dass der Kläger aufgrund der Kombination von Blindheit und Schwerhörigkeit in seiner Orientierungsfähigkeit stark eingeschränkt sei. Den Einwand der Kasse, dass der Kläger inzwischen mit Hörgeräten versorgt sei und im Mobilitätstraining Fortschritte gemacht habe, ließ das Gericht nicht gelten, da dies alleine nicht ausreichend über die Defizite hinweghelfen könne. zg

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