0313HNOIn Nordrhein-Westfalen kämpfen die HNO-Ärzte derzeit um eine bessere Vergütung und finanzielle Ausstattung. Nach Protesten im Januar und trotz einer Honorar-Einigung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) ist der Konflikt noch nicht beigelegt. Der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der HNO-Ärzte, Dr. Joachim Wichmann, hat kürzlich in einer Pressemitteilung »zukunftsfeste Konzepte« für sich und seine Kollegen gefordert. Er begrüße zwar die »Honorar-Einigung zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) und den regionalen Krankenkassen«, mahnte jedoch gleichzeitig an, eine »zuverlässige Finanzierung« anzustreben, »die über den Tag hinaus reicht«. Ansonsten sei die jetzige Einigung wertlos. Laut dem Deutschen Berufsverband der HNO-Ärzte hatten sich beide Seiten auf ein Mehr von 5,15 Prozent geeinigt. Damit sei die Fachgruppe jedoch weiter strukturell benachteiligt, sagte Wichmann dazu. Ändere sich daran nichts, »müssten immer mehr Facharzt-Praxen schließen«, meint der Landesvorsitzende. Diejenigen HNO-Ärzte, die zur HNOnet NRW eG gehören, hatten im Januar wegen des Honorarstreits massive Proteste angekündigt. Für Kassenpatienten sollten ihre Praxen freitags geschlossen bleiben, hieß es. Die aktuelle Einigung bezeichnete die Ärztegruppe in einer Pressemitteilung als »einen Tropfen auf den heißen Stein«. Für die HNO-Ärzte bedeute die Einigung ein Mehr von 1,70 Euro pro Quartal und Patient. Die HNOnet NRW eg prüft nach eigenen Angaben auch rechtliche Schritte gegen die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. »Sie wird ihrem Sicherstellungsauftrag offensichtlich nicht gerecht, wenn sie Honorare zahlt, die nicht einmal die laufenden Kosten decken und die weit unter den sonst in Deutschland gezahlten Honoraren für HNO-Ärzte liegen«, so die Begründung. Die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha) hatte die eingeschränkten Öffnungszeiten in einer Pressemitteilung kritisiert. Der Streit um Honorare dürfe nicht auf Kosten der Patienten ausgetragen werden. »Das Wohl der Patienten sollte an erster Stelle stehen«, sagte biha-Präsidentin Marianne Frickel. In jedem Fall könnten sie darauf vertrauen, »dass sie auch freitags zu ihrem Hörakustiker ihrer Wahl gehen können«. Das gelte insbesondere auch für gesetzlich Versicherte. Schließlich würden für viele Hörgeräteversorgungen keine Rezepte eines HNO-Arztes mehr benötigt, heißt es weiter. zg

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