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Wer die Fußballweltmeisterschaft in Russland verfolgt, kommt auch in den Genuss der verschiedensten Nationalhymnen. Hier haben wir interessante Aspekte rund um das Thema Nationalhymne für Sie zusammengetragen.

 

Wussten Sie, ...

 …, dass der deutsche Fußballspieler Paul Breitner wegen der Nationalhymne drei Länderspiele Zwangspause machen musste? Er hatte sich bei seinem Debut am 22.06.1971 in Oslo abfällig über die Nationalhymne geäußert und gemeint, sie störe ihn nur bei der Konzentration. Den DFB-Funktionären gefiel das überhaupt nicht; sie verhängten eine Sperre. Glücklicherweise war die Ablenkung nicht schädlich für die Karriere von „Paule“. Der Außenverteidiger kämpfte sich zurück: Breitner verwandelte im Finale der Weltmeisterschaft 1974 einen Foulelfmeter und steuerte so ein Tor zum 2:1-Sieg über die Niederlande und damit zu Deutschlands Gewinn der Weltmeisterschaft bei.

 

…, dass die Nationalhymne von Uruguay mit 105 Takten und fast fünf Minuten Spieldauer die längste der Welt ist? Aus Zeitgründen wird die musikalische Einleitung aber nicht immer gespielt. Der Komponist, der ungarische Einwanderer Francisco José Debali, hat für die Hymne Uruguays eine Phrase des italienischen Komponisten Gaetano Donizettis (1797-1848) aus „Lucrezia Borgia“ gecovert.

 

…, dass die griechische Nationalhymne den längsten Text hat? Sie besteht aus 158 Vierzeilern. Zugleich ist die griechische Nationalhymne die einzige, die identisch in zwei souveränen Staaten benutzt wird, nämlich ebenfalls in Zypern.

 

…, dass man eine Nationalhymne auch mit Schluckauf singen kann? Der siebenjährige Ethan Hall aus Australien bekam beim Singen der australischen Nationalhymne vor einem Baseballspiel plötzlich Schluckauf, sang aber brav weiter und wurde anschließend von Publikum und Spielern gefeiert wie ein Held.

 

…, dass die Melodie der Nationalhymne des Fürstentums Liechtenstein, „Oben am jungen Rhein“, genau die gleiche ist wie „God Save the Queen“ von England? Auch Russland, Hawaii, Island und die Schweiz hatten schon einmal die Melodie übernommen und ihren Text hinzugefügt, bis sich die Länder eine eigene Hymne gaben. Wenn sich also die Mannschaften von Liechtenstein und England im Fußballspiel begegnen, kann es passieren, dass die Fans „ihre“ Hymne gleich zwei Mal singen.

 

…, dass sich die österreichische Politikerin Dorothea Schittenhelm einiges anhören musste, als sie den Vorschlag machte, die Hymne von Österreich frauenfreundlicher zu machen? Letztendlich hat sie sich aber durchgesetzt: Seit 2011 singen die Österreicherinnen und Österreicher nicht mehr „Heimat bist du großer Söhne“, sondern „Heimat großer Töchter und Söhne“. Mittlerweile haben sich die Österreicher damit abgefunden. Mehr noch: Als sich 2014 der Volksmusiker Andreas Gabalier weigerte, den neuen Text zu singen, erntete er einen Sturm der Entrüstung. pat

 

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