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Der mit Tinnitus verbundene Stress setze Hormone frei, welche für anatomische Änderungen in einem Teil des Gehirnes, im Hippocampus, verantwortlich seien, meldete die Zeitschrift „Otology“ in Heft 52. So führen Ohrgeräusche zu funktionellen Veränderungen im auditorischen System. Außerdem konnte bei Patienten mit Tinnitus bereits ein Rückgang der grauen Masse und des Umfanges des linken Hippocampus nachgewiesen werden. Da der Hippocampus nach bisherigem Stand dazu diene, den Transfer von Langzeitinformationen ins Langzeitgedächtnis sicherzustellen, könne Tinnitus insofern durchaus zu einem schlechter funktionierenden Gedächtnis beitragen, heißt es dort weiter. Ein schwedisches Forscherteam hatte zudem herausgefunden, dass bei Menschen mit Tinnitus das Arbeitsgedächtnis beeinträchtigt ist, meldete das Onlineportal „spektrum.de“. Außerdem hätten Menschen mit Tinnitus besonders im autobiografischen Gedächtnis ähnliche Einschränkungen wie solche mit einer Depression, heißt es in dem „Otology“-Beitrag weiter. Zu vermuten sei also ein Zusammenhang von Tinnitus und Emotionen. Im Umkehrschluss könnten daher beispielsweise eine kognitiv-behaviorale Therapie oder ein Stressmanagement-Training Ansatzpunkte bieten, um sowohl dem Tinnitus als auch den kognitiven Einschränkungen entgegenzuwirken, so die Autoren. mse

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