Die monatlich erscheinende Fachzeitschrift zum aktuellen Branchengeschehen.

Die Fachzeitschrift

Termine, Veranstaltungen und Veranstaltungsberichte rund um das Thema Hören.

Termine/Veranstaltungen

Stellenangebote | Stellengesuche | Anfragen & Angebote – Hörakustik Stellen- und Anzeigenmarkt.

Hörakustik Stellenmarkt

Wissenswerte Entscheidungen und Urteile besprochen von der Rechtsabteilung der biha.

Entscheidung des Monats

Foto: EUHA/Foto Rechtnitz

Yaser Georgos, audiologischer Verkaufstrainer und Business Coach bei GN Hearing, setzte sich in seinem Vortrag mit der künstlichen Intelligenz (KI) in der Hörgerätewelt auseinander. KI sei hier seit ungefähr zehn Jahren im Einsatz. „Damals gab es die ersten Hörgeräte, die durch die Aktivitäten ihrer Träger gelernt haben. Waren wir in einer Gesellschaft, haben wir Programm zwei ausgewählt und je nach Situation haben wir die Geräte lauter oder leiser gestellt. Und wenn das Gerät das nächste Mal in die geräuschvolle Situation kam, hat es die Einstellung einfach beibehalten“, blickt Yaser zurück. Das sei natürlich eine sehr primitive Art der KI gewesen, aber für die damalige Zeit ein riesen Schritt. „Heutzutage wollen wir Emotionen in den Hörgeräten verarbeiten und dazu brauchen wir Technik, die uns zum Beispiel Sprache analysieren lässt − nicht nur Störgeräusche oder Umgebungsgeräusche, sondern wirkliche Sprache“, ergänzte der Verkaufstrainer. Er denkt an ein Produkt, das sich sogar unserem Leben anpasse, wie zum Beispiel unserem Terminplaner. Dann wisse das Hörgerät beispielsweise, wann sein Nutzer mit der Bahn fahre, wann er also von vielen Störgeräuschen umgeben sei und könne die Störgeräuschunterdrückung entsprechend anpassen. Damit die Hörsysteme auf die Bedürfnisse ihrer Träger optimal eingehen können, benötigten sie allerdings deren Feedback. Denn je mehr Informationen in die Hörgeräte einspielt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die passende Einstellung für die jeweilige Situation gefunden wird.

Georgos ging zudem der Frage nach, was passiere, wenn Hörsysteme Emotionen erkennen könnten. „Wenn das Hörgerät anhand der Stimme erkennt, dass die Person sauer ist, könnte es über eine App meditative Klänge in die Ohren streamen. Das könnte Teil einer KI sein.“ Insbesondere könnten ältere Kunden von einer KI profitieren, wenn das Hörsystem beispielsweise in der Lage ist, den Blutdruck oder den Blutzucker zu messen, um dem Arzt oder den Fachkräften eine Diagnose mitzuteilen.

Und wie sieht das bei Menschen aus, die taub geboren wurden oder spät ertaubt sind? Diese Frage zu beantworten, überließ der Business Coach Martin Reinholz, Technical Application Specialist bei Cochlear Deutschland. In Zukunft werde es hierzulande immer mehr bimodal versorgte Menschen geben, stieg Reinholz in das Thema ein – wegen des demografischen Wandels und dem Aufweichen der Indikationen. 1982 wurden die ersten tauben, erwachsenen Menschen versorgt. Ab 1987 wurden auch Kinder implantiert und seit den 1990er-Jahren werden auch Patienten mit einer Resthörigkeit versorgt. Heute gilt: Wer mit einem ideal angepassten Gerät zwischen 50 und 60 Prozent Sprachverstehen im Freifeld hat, ist definitiv indiziert für ein Cochlea Implantat (CI). Momentan halte sich der Profit für Hörakustiker bei der CI-Versorgung noch in Grenzen, aber das könne sich zukünftig ändern, so Reinholz. Bei einer bimodalen Versorgung sei es relativ wichtig, dass sich Hörgerät und CI verstehen. Das können das Streamen von Audio- und Telefonsignalen über das Smartphone sehr vereinfachen, fuhr der CI-Experte fort. „Kommen wir nun auf ein Feld, für das wir noch keine konkreten Pläne in der Schublade haben, also auf die Teleaudiologie zu sprechen. Denn dann könnten sich die CI-Träger die langen Anfahrtswege vom 180 Kilometer oder mehr für eine Einstellung einsparen.“ Das würde die Umwelt schonen und älteren CI-Trägern in die Hände spielen. Reinholz hofft, dass sich die Teleaudiologie für CIs zukünftig ebenso gut gestalten lasse wie für Hörgeräte.

Zur Beantwortung der Frage, ob wir Teleaudiologie brauchen, übernahm Georgos wieder das Mikrofon: „Unsere Kunden werden jünger – 50 Jahre sind nicht selten. Viele sind noch berufstätig und ihre Arbeitszeiten entsprechen oftmals den Öffnungszeiten der Fachgeschäfte. Ihnen würde es entgegenkommen, wenn die Erstanpassung im Geschäft stattfindet und der Rest über das Smartphone läuft“, ist sich der Referent sicher. Feinjustierungen könnten sogar live stattfinden und Einstellungen könnten in eine Datenbank eingespielt werden. Das alles sei möglich und davon profitierten sowohl der Hörakustiker als auch der Kunde. Zudem hätten Studien, bei denen es um das Sprachverstehen ging, ergeben, dass es nur minimale Unterschiede zwischen einer traditionellen Anpassung mit regelmäßigen Terminen und der reinen Teleaudiologie gebe. „Hörakustiker müssen ihre Arbeitseinstellung ändern, angesichts des demografischen Wandels müssen sie neue Wege gehen“, hielt Georgos am Schluss seines Vortrages ein Plädoyer für die Teleaudiologie.     Nadine Röser

Termine & Veranstaltungen

  • Jetzt für DGA-Online-Tagung „Hören – von jung bis alt“ anmelden

    Vom 03. bis 04. September 2020 findet die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie...

    Weiterlesen...


  • DGA-Jahrestagung 2020 nur online

    Die für September 2020 geplante Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie (DGA) in...

    Weiterlesen...


Impressum | Datenschutz | Kontakt | Abonnieren | Mediadaten

© 2018 hoerakustik.net