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Das Cochlea-Implantat (CI), eine elektronische Innenohrprothese, ermöglicht die Wiederherstellung des Hörsinnes – allerdings nicht bei allen Patienten, auch bei gleichen Voraussetzungen, mit gleich gutem Ergebnis. Woraus die Unterschiede im Hörerfolg resultieren beziehungsweise wie sich der Hörerfolg voraussagen lässt, wurde von Forschern der Universität Rostock und der Universität zu Lübeck untersucht. Kiran Sriperumbudur, Doktorand am Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Universität Rostock, stellte mit Hilfe von Mikro-CT-Bildern fest, dass die Elektroden im Implantat nicht alle Hörzellen gleichermaßen stimulieren, heißt es in einer Mitteilung der Uni. Nur etwa 20 Prozent der Zellen hätten reagiert, was er nach aufwendigen Tests auf das sehr unterschiedliche Gewebe um die sensorischen Nervenzellen herum zurückführte. Das müsse bei der Entwicklung neuer Elektrodensysteme berücksichtigt werden.

Ein neuer Hörtest kurz nach der Implantation ermöglicht schon jetzt präzise einzuschätzen, wie das künftige Sprachverständnis in sechs Monaten sein wird. Dazu misst der Hörtest die nicht-sprachlichen Hörfähigkeiten, insbesondere die zeitliche Auflösung des Gehöres. Diese tragen erheblich zum erfolgreichen Anpassprozess bei. Bei der Untersuchung sollten die Patienten rhythmische Modulationen in Rauschsignalen unterscheiden. Jene, die bei diesem Hörtest besser abschnitten, konnten sechs Monate später Sprachsignale besser verstehen; Patienten mit geringer Sensitivität hatten ein erhöhtes Risiko für ein künftig schlechtes Sprachverständnis. Der Test hilft dabei, das Hörtraining nach der CI-Versorgung an die besonderen Bedürfnisse des Patienten anzupassen.  AF

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