Amplifon befindet sich aktuell in einer Umstrukturierungsphase und verkaufte u. a. sein defizitäres Klinikgeschäft in Großbritannien, das zuletzt 33 Mio. Euro zum Jahresumsatz beitrug. Die Maßnahme ist Teil des umfassenden Sparprogramms Fit4Growth, das darauf abzielt, die Profitabilität des Unternehmens zu steigern. Der Verkauf des britischen Klinikgeschäfts führte im ersten Quartal zu einem einmaligen, nicht zahlungswirksamen Effekt von 18 Mio. Euro. Ebenso trennte sich Amplifon von seinem Indiengeschäft und veräußerte es an Hearzap (Hearing Solutions Private Limited), einen bereits etablierten Anbieter auf dem indischen Markt. Die Aktivitäten in Indien, die ein Netzwerk von rund 115 eigenen Kliniken und 460 Mitarbeitern umfassen, erzielten im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 12 Mio. Euro. Dieser Wert ist im Vergleich zum Gesamtumsatz der Gruppe marginal und wirkte sich negativ auf das konsolidierte EBITDA aus. Die Entscheidungen folgten auf ein schwaches viertes Quartal 2025, in dem Amplifon die Erwartungen der Analysten mit einem Umsatz von 0,65 Mrd. Euro nicht erfüllen konnte. Das Management hat daraufhin beschlossen, unrentable Bereiche abzustoßen und sich auf profitablere Segmente zu konzentrieren. Fit4Growth zeigt laut Unternehmensangaben bereits erste Erfolge. Der Vorstand strebt nun das obere Ende der Zielspanne für die bereinigte EBITDA-Marge bis 2027 an. Zudem fielen die Kosten für den Umbau niedriger aus als ursprünglich geplant. Diese Entwicklungen sollen langfristig die Rendite des Unternehmens stützen und die Basis für zukünftige Expansionen schaffen. Anleger reagierten auf diese Maßnahmen gemischt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie von Amplifon rund 31 % an Wert verloren und notiert derzeit bei 9,51 Euro, weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch von über 21 Euro. Für den weiteren Jahresverlauf setzt Amplifon auf eine Marktnormalisierung in Europa und den USA und plant ab dem zweiten Quartal wieder gezielte Zukäufe.
