Das Foto zeigt eine Person mit der Hand am Ohr.
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Bei Menschen mit intellektueller Behinderung werden Hörminderungen häufig nicht erkannt – und selbst bei einer bekannten Hörstörung bleibt eine angemessene Versorgung oft aus. Das zeigt die HörGeist-Studie, in „PLOS Global Public Health“ veröffentlicht. Für die Studie wurden 1.053 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit intellektueller Behinderung untersucht. Bei 44 Prozent wurde eine Hörminderung festgestellt. Bei rund 70 Prozent dieser Fälle war sie zuvor nicht diagnostiziert worden. Zu Studienbeginn war lediglich bei 14 Prozent eine Hörproblematik bekannt. Nur 8,3 Prozent hatten bislang Hörgeräte erhalten; davon nutzte weniger als die Hälfte die Geräte. Nach dem Screening wurden bei 27 Prozent Therapie oder weitere Maßnahmen empfohlen. Doch nur 37 Prozent der empfohlenen oder verordneten Interventionen wurden umgesetzt. Bei Hörgeräteversorgungen waren es 30 Prozent. Als Gründe nannten die Forschenden unter anderem Ablehnung durch Betroffene oder Betreuungspersonen, fehlendes Bewusstsein für die Behandelbarkeit und Folgen einer Hörminderung sowie Zeit- und Personalmangel. Die Studie zeigt zugleich, dass Hördiagnostik und Versorgung auch bei Menschen mit intellektueller Behinderung möglich sind. Besonders erfolgversprechend erwies sich ein niedrigschwelliges Screening im vertrauten Lebensumfeld, da Betroffene medizinische Einrichtungen nur selten aufsuchen.

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