Nach Angaben des Robert Koch-Instituts klagt fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland über Schwierigkeiten beim Hören. 5,4 % der Erwachsenen gaben an, ein Hörgerät zu tragen, 0,5 % waren hochgradig schwerhörig oder gehörlos. Grundlage für die Daten ist die bundesweite Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA) 2019/2020. Die Querschnittsanalysen zu Hörbeeinträchtigungen basieren auf Daten von 22.708 Teilnehmern ab 18 Jahren. Betrachtet wurden subjektiv empfundene Hörbeeinträchtigungen, die sich von gemessenen Hörschwellen unterscheiden. Dabei ist der Anteil der Personen mit selbst angegebenen Hörschwierigkeiten in jüngeren Altersgruppen höher, in älteren Altersgruppen dagegen niedriger als der Anteil der Personen mit gemessenen Hörbeeinträchtigungen. Mit dem Alter nimmt die Prävalenz von Hörbeeinträchtigungen zu, besonders deutlich ist der Anstieg ab dem 50. und ab dem 80. Lebensjahr. Hörschwierigkeiten werden häufiger von Personen mit geringerer sozialer Unterstützung, schlechter eingeschätzter allgemeiner Gesundheit und depressiven Symptomen sowie von Personen angegeben, die ärztliche Leistungen in Anspruch genommen hatten. Zudem sind Menschen mit Hörbeeinträchtigungen häufig auch von anderen Beeinträchtigungen betroffen. Weiterführende Analysen zeigen, dass ein Großteil der Erwachsenen trotz Hörgerät Schwierigkeiten beim Hören hat, ein Drittel der Erwachsenen in einem ruhigen Raum und zwei Drittel in einem lauteren Raum. Die Ergebnisse wurden in dem Beitrag „Prävalenzen und Trends von subjektiv wahrgenommenen Hörbeeinträchtigungen bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse der GEDA-Studie“ im Journal of Health Monitoring veröffentlicht, einer offiziellen Online-Zeitschrift des Robert Koch-Instituts.
