Es ist das Firmengebäude zu sehen
Foto: Varta

Nach Angaben von „faz.net“ steht Varta möglicherweise vor der Insolvenz. Der Online-Zeitung liegt eine Mitteilung wichtiger Geldgeber – darunter die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox – vor, wonach das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herausgelöst werden soll. Dadurch könnten allerdings die beiden übrigen Unternehmensbereiche in die Insolvenz rutschen. Neben den bekannten Haushaltsbatterien produziert das Unternehmen unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher für Privathaushalte und Industrie. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden, so „faz.net“ – unter anderem, weil Apple im Mai als wichtigster Kunde für den Standort weggefallen sei. Der Tech-Gigant lasse die Knopfbatterien für kabellose Kopfhörer künftig in Asien produzieren. Bereits 2024 musste sich Varta im Rahmen eines Sanierungsverfahrens nach dem Restrukturierungsgesetz (StaRUG) neu aufstellen. Alte Aktionäre verloren dabei ihr Investment, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Das Verfahren sollte eine Insolvenz verhindern. Im April 2025 erklärte der Batteriehersteller das Verfahren für abgeschlossen. Eigentlich habe Varta nach Einschätzung von Branchenkennern weiterhin Potenzial, schreibt „faz.net“ und verweist auf die Natrium-Ionen-Batterien, die als Zukunftstechnologie gelten. Allerdings fehlten dafür die Geldgeber. Allein um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten, benötige der Batteriehersteller Gelder im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Varta-Investor Michael Tojner, der zugleich dem Aufsichtsrat angehört, will die verbleibenden Unternehmensteile in Nischenmärkten neu positionieren. Das werde jedoch mit einem weiteren Sanierungsverfahren und harten Einschnitten verbunden sein, zitiert „faz.net“ das Aufsichtsratsmitglied. Ziel sei es, das Batterie-Know-how in Europa zu erhalten.

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